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Tierschutz

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Vegane Vorurteile

Der Tierschutz-Gedanke hat mich zur Veganerin gemacht. Im Januar 2020 habe ich mich entschieden bei „Veganuary Deutschland“  anzumelden. Eine gemeinnützige Organisation, die Menschen ermutigt einen Monate vegan zu leben. Über meine Motivation und meine ersten Erfahrungen habe ich für rtl.de berichtet.

Hier gehts zum RTL Artikel

Zu so einem wichtigen Thema, habe ich natürlich noch sooo viel mehr zu sagen und zu schreiben. Es ist nicht nur eine Herzensangelegenheit, sondern auch eine logische Konsequenz, wenn ich mich für Tiere oder die Umwelt einsetzen möchte. Viele meiner direkten Mitmenschen scheinen Veganismus aber nur als Lifestyle Trend zu sehen, ohne sich jemals mit der Motivation dahinter zu beschäftigen. 

Vegane Vorurteile

Die Stimmen der Gegner sind laut. So laut wie unwissend. Mit der bloßen Erwähnung meiner Ernährungsumstellung, hagelt es oft absurde Kritik. 

Hier mein „Best of“ der veganen Vorurteile und die Fakten:

  1. Wegen Eurem Soja wird der Regenwald abgeholzt
    Soja findet sich zum größten Teil in Futtermitteln für Tiere. Über 70% der landwirtschaftlichen Anbauflächen werden dafür genutzt. Dazu kommen noch die Weideflächen für Nutztiere. Für vegane Produkte wird hingegen eh meist auf Soja aus Europa und/oder ökologischem Anbau gesetzt.
    Die benötigte Anbaufläche von Nahrung ist für einen Allesesser 18 Mal so groß wie die für einen Veganer. 
  2. Warum isst Du nicht einfach Bio? Das sind gute Produkte von frei lebenden Tieren.
    Es liegen Welten von der Vorstellung der Konsumenten und der Realität. Die ersten Wochen und die letzten Stunden sind für die Tiere immer gleich. Männliche Küken werden direkt vergast, weil sie für die Eierindustrie wertlos sind. Ferkel werden nach der Geburt ebenso kupiert oder kastriet. Ohne Betäubung. Die verwerfliche Anbindehaltung ist auch bei Öko-Rindern erlaubt. Und ob ein Bio Schwein mit ein paar mehr QM Platz glücklicher ist?  Beim Schlachten sind laut Bundesregierung 300.000 Rinder und bis zu 7,5 Millionen Schweine nicht richtig betäubt. Die Tiere haben Angst und erleiden einen qualvollen Tod. Dass Tiere in der Biohaltung kein Leid erfahren, ist nicht richtig. Ich möchte diese Last nicht mehr auf meinen Schultern mittragen.

    Ihr könnt Euch auch für Tiere einsetzen, in dem Ihr darauf achtet, welche Produkte in Eurem Einkaufswagen landen

  3. Was hast Du bitte für ein Luxus Problem. In Afrika verhungern die Kinder und Du machst jetzt auf vegan
    Mit Abstand das lächerlichste und dümmste, was mir um die Ohren geflogen ist.
    Durch eine vegane Ernährung können wir den Welthunger nämlich am effektivsten bekämpfen. Denn dafür brauchen wir weit aus weniger Ressourcen von Land und Wasser, als für die Herstellung tierischer Produkte. Um ein Kilo Fleisch zu produzieren, braucht man bis zu 16kg Getreide. Jeder Veganer spart im Monat! 85qm Wald, 550kg Korn, 125.000 Liter Wasser und 30 Tierleben
  4. Vegan ist doch viel zu teuer
    Einige Produkte wie Fleischersatzprodukte oder Mandelmus sind tatsächlich etwas teurer. Ich bin umgefallen, als ich den Preis für veganes Eis gesehen habe. Aber sich vegan zu ernähren heißt vor allem zu saisonalem und regionalem Gemüse und Obst zu greifen. Nudeln, Reis, Kartoffeln- als Veganer esse ich genauso günstig oder teuer wie ein Allesesser (Omnivoren)
  5. Vegan ist ungesund – Nährstoffmangel
    Dass Denken, ein Mensch brauche Fleisch um groß und stark zu werden, ist  längst überholt. Eiweiß, Vitamine, Mineralien – fast jeder Bedarf lässt sich auch über pflanzliche Nahrung abdecken (Ausnahme ist das Vitamin B12). Studien zufolge sind Menschen die tierisches Eiweiß zu sich nehmen, um 40% mehr gefährdet an Krebs zu erkranken. Auch das Risiko an Krankheiten wie Schlaganfall, Fettleibigkeit oder Diabetes zu erkranken ist höher.

Eat this

In erster Linie um meine Mutter zu beruhigen, habe ich mich vor der veganer Umstellung erstmal mit den wichtigsten Nährstoffen beschäftigt und welche Lebensmittel mich gut damit versorgen:

  • Proteine (Eiweiß): Getreide, Erbsen, Linsen, Kartoffeln, Nudeln, Nüsse, Vollkornbrot, Haferflocken, weiße Bohnen, Soya, Grünkohl, Ruccola …
  • Eisen: Spinat, Kichererbsen, Haferflocken, Linsen, Kürbiskerne, Quino, Petersilie
  • Kalzium: Mandelmus, Brokkoli, Mineralwasser, Pflanzendrinks, Sesampaste, Feldsalat, Spitzkohl….
  • Zink: Haferflocken, Cashewkerne, Sonnenblumenkerne, Erdnüsse, Linsen, Vollkornbrot…
  • Omega 3: Hanf-, Lein-, Raps, Soya- und Walnussöl
  • Jod: jodiertes Salz
  • Vitamin B2 (Riboflavin): Vollkornbrot, Pilze, Mandeln Chashewkerne, Hefeflocken, Brokkoli…
  • Magnesium: Bananen, Spinat, Mandeln, Kürbissamen, Dunkle Schokolade…

Das einzige was ich künstlich zu mir nehme ist B12 und Vitamin D. Letzteres nehme ich über die Haut durch Sonnenlicht auf. Davon gibt es im Winter übrigens genauso wenig für Veganer, wie für Vegetarier oder Fleischesser.

Das Vitamin B12 bekomme ich tatsächlich nur über tierische Lebensmittel. Entweder wird es in Verdauungsorganen von Tieren produziert oder den Tieren ins Futter gemischt. Da ist mir B12 in Form einer Tablette doch noch am liebsten.

Veganer zu sein, bedeutet nicht nur bei seiner Ernährung auf tierische Produkte zu verzichten, sondern auch bei seiner Kleidung und bei Kosmetik- und Pflegeprodukte. Es gibt 

viel zu entdecken und viele Möglichkeiten zu lernen und sich weiterzuentwickeln.

Ich wünsche Dir viel Freude beim veganisieren Deines Lebens!

Von Herzen,