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Von Hund zu Hund

Giftköder Alarm – wenn Gassi gehen gefährlich wird

In der Regel werden der Polizei bei uns im Kreis zwei oder drei Mal im Jahr Giftköder gemeldet. Allein in den letzten vier Wochen finden sich aber immer wieder welche an bekannten Hundeauslaufflächen, in Parks und auf Spaziergehwegen, die bei Hundehaltern beliebt sind. Einige Hunde sind bereits verstorben oder mussten sich einer Not-OP unterziehen.

Balu inhaliert alles, was er am Boden findet

Das Auslegen von Giftködern ist nicht strafbar

  • erst wenn das Tier durch einen mutwillig ausgelegten Köder stirbt oder schwere Schmerzen erleidet, ist der Tatbestand der Tierquälerei gegeben
  • vorsätzliche Tierquälerei wird mit zu 3 Jahren Haft oder einer Geldstrafe betraft. Meistens müssen die Täter nur zahlen. 
  • wichtig ist in jedem Fall einen Giftköder der Polizei zu melden. Diese kann dann die Bevölkerung warnen. Zusammen mit dem Ordnungsamt suchen sie betroffene Gebiet nach weiteren Giftködern ab.

Mit jedem Schritt geht auch die Angst mit. Gerade mit Welpen oder einem Labrador wie Balu wird der Spaziergang zur Mutprobe. Wo gehe ich mit dem Hund hin? Sehe ich den Köder vor dem Hund? Wie sieht so ein Giftköder überhaupt aus? 

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Die häufigsten Giftköder:

  • Rattengift: meistens schwer bis nicht zu erkennen, wirkt sehr langsam, oft erst nach 48 Stunden. Das Gift sorgt für ein innerliches Verbluten des Tieres
  • Nägel, Rasierklingen und Heftzwecken: Sind meistens in Fleischwurst versteckt. Der Hund stürzt sich darauf und verletzt sich beim Reinbeißen im besten Fall nur im Mundbereich. Verschluckt er die scharfen Gegenstände, wird oft die Speiseröhre oder Magenwand verletzt. Eine Not-Operation ist nötig
  • Schneckenkorn: ist ein süßes Pulver, dass über Lebensmittel oder Leckeres gestreut wird. Die Wirkung tritt schnell ein (30 Minuten) und betrifft das Nervensytem und muss sofort tierärztlich behandelt werden

Jede Minute zählt

Wenn der Hund einen Giftköder verschluckt hat oder der Verdacht besteht, bitte so schnell wie möglich zum Tierarzt. Ihm helfen dann verschiedene Informationen bei der Behandlung:

  • eine Probe des Giftes. Also am besten mit Handschuhen einsammeln und einen Teil mitnehmen
  • Zeitpunkt der Aufnahme
  • Menge der Aufnahme (falls bekannt)
  • sollte der Hund bereits erbrochen haben, auch davon eine Probe mitnehmen
  • Atemwege freihalten 
  • wenn der Hund das Bewusstsein verloren hat, Zunge herauslagern, Mundhöhle von Erbrochenem und Schleim befreien. Kein Erbrechen auslösen! Dabei könnte der Hund ersticken. Herzmassage.

Um vorbereitet zu sein, solltet Ihr einen „Erste-Hilfe Kurs für den Hund“ besuchen

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Damit es erst gar nicht zum Notfall kommt, können wir vorbeugen:

  • schürt keinen Hundehass und verhaltet Euch rücksichtsvoll. Nehmt Eure Hunde an die Leine, wenn es Vorschrift ist und nehmt Ängste vor Hunden ernst. Die Hinterlassenschaften der Vierbeiner bitte wegmachen
  • lasst Euren Hund beim Spazierengehen nicht aus den Augen
  • gewöhnt Euren Hund an einen Maulkorb oder ein Gitköderschutznetz, wie das von Trixie. 
  • besucht ein Giftköder-Training. Bieten viele Hundeschulen an
  • informiert Euch selbst auf Internetseiten wie Giftköderradar und teilt vor allem Euer Wissen über Fundstellen. Hilfreich ist dies vor allem in regionalen Hundehalter Facebook Seiten, regionalen Radiostationen und Zeitungen

Passt gut auf Eure Herzchen auf