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Von Hund zu Hund

Sankt Peter Ording: Die Tourismus-Zentrale stellt sich der Herausforderung Hund (Teil 3)

Ich liebe Hunde. Umso mehr desto besser. Aber midem Zuwachs an Hunden in der Gemeinde Sankt Peter Ording ergeben sich auch jedes Jahr größere Probleme. Für Anwohner, Restaurants, Hotels und Nicht-Hundebesitzer.

Die Tourismus-Zentrale versucht mit vielen Massnahmen ein respektvolles Miteinander von Menschen MIT und OHNE Hunden zu ermöglichen. Das ist aber gar nicht so einfach, wie mir Tourismus-Direktorin Constanze Höfinghoff erklärt.

Constanze Höfinghoff, Direktorin der Tourismus-Zentrale spricht ehrlich über die Herausforderung „Hund“

CH: “Bedauerlicherweise nehmen wir die Entwicklung der Anzahl von Hunden im Ort mit großer Sorge wahr. Die Flut von Hunden wird in Teilen sowohl für Einheimische als auch für Gäste und für die Natur unerträglich. Diese Wahrnehmung kommt neben der Anzahl von Vierbeinern vor allem daher, dass Hundebesitzer sich – ebenfalls bedauerlicherweise –  zum großen Teil rücksichtslos verhalten und sich insbesondere nicht an Regeln halten. Der gesamte Strand, die Dünen und Salzwiesen sind Teil des Nationalparks und Weltnaturerbe Wattenmeer. Es gilt ganzjährig Leinenpflicht!  Wir haben als absolute Ausnahmeregelung zwei Auslaufgebiete am Strand einrichten dürfen (beide mehrere Hektar groß), um hier ein akzeptables Angebot zu schaffen. Hier dürfen die Vierbeiner ohne Leine laufen – die Regeln der Rücksichtnahme und Entsorgung der Hinterlassenschaften gelten hier jedoch ebenso.

Martine:“ Was bekommen Sie als Tourismus-Zentrale konkret für Feedback?“

CH:“ Wir bekommen mittlerweile leider fast täglich Beschwerden über ignorante Hundebesitzer und deren Fehlverhalten von Gästen und Einheimischen gleichermaßen.

Thema Nr. 1: Unangeleinte Hunde. Menschen fühlen sich bedroht, werden angerannt, angebellt, angesprungen, angesabbert, gebissen. Abgesehen davon verstoßen sie am Strand, in den Salzwiesen und am Deich gegen zwei Landesgesetze.(Landesnaturschutzgesetz und Nationalparkgesetz SH)

In SPO sind zwei große Strandabschnitte für Hunde frei gegeben. Hier können sie sich auch unangeleint austoben

Thema Nr. 2: Ignoranz der fachgerechten Entsorgung der Hundekotbeutel. Die stellen wir kostenfrei zur Verfügung. Das sind übrigens über eine Million jedes Jahr. Wir haben bereits 70 Kotbeutelspender mit dazugehöriger Entsorgungsstation, also Mülleimer. Wir können aber nicht alle 3 Meter einen Mülleimer aufstellen, insbesondere nicht im Naturraum. Die Nordsee überflutet Sandbank und Salzwiesen. Daher muss insbesondere im Herbst und Winter ein paar Meter gelaufen werden. Tretminen und gefüllte Beutel säumen oft den Flut – oder Dünensaum. Wirklich erschreckend! Besonders apart sind Hundekothaufen auf Spielgeräten am Strand oder auf den Spielplätzen.

Thema Nr. 3: Hunde in Restaurants. Es werden Gerüche und mangelnde Hygiene genauso angemahnt, wie die Tatsache, dass man nicht mit seinem Bein über Hunde steigen möchte oder Hunde zu seinen Füßen liegen haben möchte. Vom Bellen und „Kämpfen“ rivalisierenden Hunde mal ganz abgesehen.

Thema Nr. 4: Hundebesitzer sind scheinbar überwiegend uneinsichtig, erwarten Rücksicht der Menschen ohne Hund oder mit Kind auf die eigenen Bedürfnisse. Sie vergleichen Hunde mit Kindern – völlig inakzeptabel aus der Sicht vieler Gäste und Familien.

Bei allem Respekt vor diesen eigentlich wunderbaren Lebewesen – es sind Tiere.

Auch bei Veranstaltungen fragen wir uns mittlerweile, ob es dem Tier zuträglich ist, durch Menschenmengen gedrückt zu werden, bei Musik und Gastroständen etc. Ich bin mir nicht sicher, ob das für das Tier zuträglich ist.

Martine:“ Wie sehen die Entwicklung des Hundetourismus und was können Sie tun?“

CH: “Wir werden Kontrollen durch das Amt noch weiter verstärken (aus Steuergeldern finanziert) und werden durch das Ordnungsamt deutlich massiver als bisher ahnden lassen müssen.
Bedauerlich, dass es so weit kommen muss. Unsere Lösung war bisher eher Information und positive Bestärkung: Aktionen, Beschilderungen, Info-Veranstaltungen, Infos auf Plakaten, auf Flyern und in diversen digitalen Medien und Kanälen, die wir bedienen.

Obwohl die Kommunikationsmaßnahmen deutlich erhöht wurden, lassen die Erfolge auf sich warten. Wir verteilen in Aktionen mehrfach im Jahr Leckerlies an Hundebesitzer und bedanken uns für das Einhalten von Regeln. Noch lieber und ergänzend sinnvoll wäre uns, wenn die Hundecommunity begänne, sich selbst in den Fokus zu nehmen und sich gegenseitig zu bestärken und zu kontrollieren, sich an Regeln des gesellschaftlichen Miteinanders zu halten. Nicht die Aussage: „….aber hier geht doch jeder ohne Leine“, sondern – „…wir würden uns freuen, wenn auch Sie Ihren Hund an die Leine nähmen/Ihren Hundekot aufsammelten, damit wir als Hundebesitzer auch zukünftig im Ort willkommen sind.“ Das wäre wirklich mal eine sinnvolle Geste!

Balu hat direkt am ersten Abend den größten Fehler in SPO begangen. Er ist ohne Leine außerhalb des Hundestrandes gelaufen. Ein No Go, dass er sehr bereut

Augenblicklich stellt sich das schlechte Gewissen bei mir ein. Ich gestehe Frau Höfinghoff nicht meinen Fehler vom ersten Abend. – Was passiert ist, lest Ihr hier ausführlich – Ich habe Buße getan, aber nutze Balus Hundeblog als Plattform, um die größte Bitte der Tourismuszentrale und Anwohnern in Sankt Peter Ording weiterzuleiten:

Nehmt Rücksicht. Kennt die Regeln und haltet sie ein. Ermuntert oder ermahnt Euch selbst als Hundebesitzer, diese Regeln einzuhalten. Das wäre der größte Gewinn. 

Es gibt ausreichend Infos zu Urlaub mit Hund in jeglicher Form.

 https://www.st-peter-ording.de/reisefuehrer/spo/urlaub-mit-hund.html

                          Danke,

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